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Die Diktatur des Patriotismus

Schnüffelstaat Schweiz

Hundert Jahre sind genug

von

 

1972 Hans Tschäni

Die Diktatur des Patriotismus

Eines ist sicher. Der schweizerische Staat funktioniert, vom Praktischen her gesehen, so gut, wie man es von einem Staat erwarten kann. Auch funktioniert er fast lautlos, wie das System es will. Bewegt er sich auch, wenn er sich unablässig bemüht, dem alten Schweizergeist nachzueifern? Lebt er damit nicht von alten Werten, wie wenn sie ein Bankkonto wären? Im Geiste eines Rentnerpatriotismus sozusagen, wie Professor Berchtold aus Genf einmal sagte? Die Fragen scheinen provozierend gestellt. Ich bin aber überzeugt, dass unser Staat bei der gegenwärtigen Diktatur des Patriotismus langsam, aber sicher alt wird. Dass er veraltet. Ein Staat für Einfamilienhausbesitzer, Rentner und Vaterlandsverteidiger. Vielleicht das praktische Ideal der Ruhe und Ordnung. Wenn dieser Staat aber auch den jungen Menschen gefallen soll, dann müssen wir darüber nachdenken, wie das System aussehen könnte, das auch echte Bewegung zulässt, das System, das sich weiterentwickelt.

Hans Tschäni, Die Diktatur des Patriotismus, Basel 1972

 

Dieses buch & netz Online-Buch basiert auf dem Werk «Schnüffelstaat Schweiz» welches im Jahre 1990 vom Komitee Schluss mit dem Schnüffelstaat im Limmat Verlag Zürich publiziert wurde und mittlerweile vergriffen ist. Die Inhalte des Buches werden mit freundlicher Genehmigung des Limmat Verlages und des Vereins grundrechte.ch, der Nachfolgeorganisation des Komitees Schluss mit dem Schnüffelstaat, online der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Alle Rechte vorbehalten – © 1990 Limmat Verlag Genossenschaft, Zürich

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