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Wie die RCA die Verbreitung der FM-Technologie behinderte

Mittlerweile ist ja auch die FM-Technologie (bei uns eher unter der Bezeichnung UKW bekannt) wieder auf dem Weg in die Geschichte. Doch die Entwicklung der Verbreitung dieser Methode zur Übertragung von Radiosignalen zeigt, dass Industrie-Lobbies durchaus in der Lage sind, eine bessere Technologie aufzuhalten, wenn diese ihre Machtstellung zu bedrohen scheint. Genauso wie heute das Internet, hätte damals die neue Übertragungstechnik das Potential gehabt, die Umstrukturierung der Medienwelt von Grosskonzernen in kleinere vernetzte Einheiten zu fördern. Und genauso wie heute, setzen die etablieren Medienkonzerne alles daran, den Gesetzgebungsprozess zu ihren Gunsten zu beeinflussen, um die für die Gesellschaft bessere Lösung zu verhindern.

So zumindest erzählt Lawrence Lessig die tragische Geschichte des FM-Erfinders Edwin Howard Armstrong (Wikipedia DE) in der Einführung des Buches «Freie Kultur».

Von Anfang an waren die Regierung und ihre Organe von bestimmten Interessen vereinnahmt. Solche Vereinnahmung ist besonders dann wahrscheinlich, wenn mächtige Interessen von einer rechtlichen oder technischen Veränderung bedroht sind. Diese mächtigen Interessen üben ihren Einfluss in der Regierung aus, um Schutz von der Regierung zu bekommen. Die damit verbundene Rhetorik hält natürlich immer öffentliche Interessen hoch, die Realität ist aber eine andere. Ideen, die in einem Zeitalter felsenfest etabliert waren, die aber, auf sich selbst gestellt, im neuen Zeitalter sofort zerbröckeln würden, werden durch solch subtile Korruption unseres Gemeinwesens aufrechterhalten. RCA hatte etwas, was den Causbys fehlte: die Macht, die Wirkungen des technischen Wandels zu unterdrücken.
(Lawrence Lessig, Freie Kultur, 2006, S. 16)

Blogbeitrag zu
Freie Kultur
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