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Von der so gut wie unbekannten Schrift zum Klassiker

Ludwik Flecks «Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache» war noch in den 1980er Jahren nur einem kleinen Kreis von Wissenschaftstheoretikern ein Begriff. Und dies auch erst seit 1962, als Thomas S. Kuhn sich in seinem bedeutenden Werk «Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen», in welchem er den heute schon fast inflationär verwendeten Begriff „Paradigmenwechsel“ einführte, auf Ludwik Flecks Vorlage bezieht.

In der Einleitung der ersten Auflage im Surhkamp Verlag schreiben Lothar Schäfer und Thomas Schnelle im Jahr 1980 noch:

«Ludwik Flecks gegenwärtig so gut wie unbekannte Schrift «Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache» könnte unter günstigeren Umständen heute im Rang eines Klassikers der Wissenschaftstheorie stehen…»

Heute, fast 35 Jahre später, finden wir in der Wikipedia diese Aussage:

«Sein philosophisches Hauptwerk Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache ist ein Klassiker der modernen Wissenschaftsforschung. Das Werk hat einen erheblichen Einfluss in den Disziplinen Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftstheorie, Wissenschaftssoziologie und Ideengeschichte ausgeübt.»

Manchmal braucht eine Idee lange bis sie sich genügend oft kopiert und verbreitet hat um als „Klassiker“ zu gelten. Immer muss aber auch der Zeitgeist bereit sein, diese aufzunehmen. Was heute niemanden interessiert, kann morgen in aller Munde sein.

 

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Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache
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«Der einzelne, isolierte schöpferische Autor ist wohl eine Fiktion»
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