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Das Recht, die moralische Frage zu stellen.

Es soll ja Menschen geben, die sich nie fragen, ob das, was sie tun, richtig oder falsch ist. Ja, sie wissen nicht einmal, dass man diese Frage stellen könnte. Insbesondere in der Welt der Unternehmen haben wir oft den Eindruck, dass die Frage nach der Moral des eigenen Handelns nur so lange einen Platz zu haben scheint, wie sie sich in der Erfolgsrechnung positiv oder gar nicht bemerkbar macht. Sich dafür zu entscheiden, etwas aus moralischen Gründen nicht zu tun, obwohl diese Entscheidung zu weniger Umsatz oder Gewinn führen könnte, braucht oft viel Energie und Mut und darum weicht man den Diskussionen um die Fragen nach den richtigen Handlungen im Geschäftsleben meistens aus. Der, der sie aufbringt wird nicht selten als «Moralist» bezeichnet und mit der Bemerkung, dass es sonst jemand anders tut, dass es nicht anders geht oder dass jemand anders verantwortlich ist zum Verstummen gebracht.

André Compte-Sponville schreibt in der Einleitung zu seinem 2009 in deutscher Übersetzung im Diogenes Verlag erschienen Werk «Kann Kapitalismus moralisch sein?» vom Recht, diese Frage zu stellen:

«Weder die Reichsten noch die Ärmsten unter uns können sich der Moral oder dem Kapitalismus entziehen: arbeiten, sparen, konsumieren – so ist das nun mal, das heißt, wir sind ein Teil des Systems, ob wir es wollen oder nicht; und das gibt uns wohl das Recht, nach seiner Moral zu fragen.» (André Compte-Sponville, Kann Kapitalismus moralisch sein?, 2009, S. 13)

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